Sattes Grün statt dunklem Grau: Eine Dachbegrünung sieht nicht nur schön aus, sie lässt auch Insekten jubeln, verbessert die Wärmedämmung, kühlt im Sommer, bindet Feinstaub, hilft bei Starkregen und produziert Sauerstoff. Ein echtes Multitalent.

Rauf aufs Dach und her mit den Pflanzen: Immer mehr Haus-, Garagen- und Carportbesitzer entscheiden sich für einen Pflanzenteppich obendrauf. Dafür gibt es viele gute grüne Gründe: „Eine Dachbegrünung schützt das Dach nicht nur vor Verwitterung, sie verbessert auch die Wärmedämmung des Hauses im Winter, so lassen sich Energiekosten einsparen. Zugleich wirkt ein Gründach wie ein Hitzeschild im Sommer, eine natürliche Klimaanlage, sozusagen“, präzisiert Dieter Storbek von der Firma Storbeck Garten- und Landschaftsbau aus Magdeburg.

Welche Dächer eignen sich?

„Theoretisch eignen sich alle Dächer für eine Begrünung. Auch schräge Flächen lassen sich mit einem Gründach ausstatten. Flachdächer sind allerdings ideal. Wichtig ist, dass man die Statik berücksichtigt, denn die Substratschicht, in der die Pflanzen wachsen, wirkt wie ein Schwamm, der Wasser aufsaugt. Ein begrüntes Dach darf nicht das fürs Gebäude zulässige Gesamtgewicht überschreiten. Sicherheitshalber sollte ein Profi die zulässige Dachlast vor der Begrünung prüfen“, erklärt Dieter Storbek.

Begrüntes Flachdach
Pflanzen für das Dach

Welche Pflanzen kommen aufs Dach?

Experten unterscheiden zwischen einer Extensivbegrünung und einer Intensivbegrünung. Bei einer Extensivbegrünung setzen Hobby-Gärtner Pflanzen aufs Dach, die keine aufwendige Pflege und nur wenige Nährstoffe benötigen: zum Beispiel Dickblattgewächse. Sie speichern Wasser in ihren Blättern und halten auch Trockenperioden gut aus.

Bei einer Intensivbegrünung handelt es sich dagegen um einen wirklichen Dachgarten, den Eigentümer individuell mit Bäumen, Sträuchern, Terrassen und sogar Sitzgelegenheiten ausstatten können. Hier geht es nicht nur um eine möglichst effiziente Begrünung, sondern auch um Schönheit und Pflanzenvielfalt.

Willkommen im Hotel Summ-Summ

Wichtig fürs Ökosystem: Begrünte Dächer schaffen einen zusätzlichen Lebensraum für Insekten und Vögel. „Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Käfer und Vögel erobern sich auf grünen Dächern vor allem in den Städten neue Rückzugsorte. Hier finden sie Nahrung und Schutz, wie in einem abgelegenen Insekten-Hotel“, erläutert Dieter Storbek.

KfW-Förderung fürs Gründach

Das Beste kommt zum Schluss: In vielen Fällen kann man sich die Kosten für die Dachbegrünung bezuschussen lassen. So gibt es etwa Förderprogramme von der KfW-Bank, da eine Dachbegrünung im Programm „Energieeffizient sanieren“ als Maßnahme zur Dämmung zählt. Na dann: Rauf aufs Dach!