Warum Lüften gerade in der kalten Jahreszeit wichtig ist
Draußen ist es kalt, drinnen läuft die Heizung auf Hochtouren. Viele Menschen lüften deshalb seltener oder lassen Fenster dauerhaft gekippt. Beides kann zum Problem werden. Während verbrauchte Luft und Feuchtigkeit in der Wohnung bleiben, geht gleichzeitig wertvolle Heizenergie verloren.
Dabei lässt sich beides vermeiden: Mit der richtigen Lüftungsstrategie sorgen Sie für ein angenehmes Raumklima, senken das Risiko für Schimmelbildung und nutzen Heizenergie effizienter.
Der häufigste Fehler: Fenster auf Kipp
Auch im Winter scheint die Kippstellung praktisch zu sein. Tatsächlich zählt sie jedoch zu den größten Energiefallen im Haushalt.
Durch das dauerhaft geöffnete Fenster kühlen Wände, Fensterlaibungen und Heizkörpernischen aus. Die Luft wird dabei oft nur unzureichend ausgetauscht. Gleichzeitig muss die Heizung ständig nacharbeiten, um die Temperatur im Raum zu halten.
Effektiver ist das sogenannte Stoßlüften: Dabei werden die Fenster für wenige Minuten vollständig geöffnet. Die verbrauchte Raumluft wird schnell ausgetauscht, während Möbel, Wände und Böden ihre Wärme weitgehend behalten.
So funktioniert Stoßlüften im Winter
Im Winter reichen oft schon wenige Minuten aus, um die Raumluft komplett zu erneuern.
Je kälter die Außentemperatur ist, desto schneller erfolgt der Luftaustausch. Deshalb müssen Fenster in der kalten Jahreszeit nicht lange geöffnet bleiben. Wir empfehlen in den Wintermonaten kurze, intensive Lüftungsphasen statt dauerhafter Kippstellung.
Orientierungswerte:
| Jahreszeit | Lüftungsdauer | Empfohlene Häufigkeit |
|---|---|---|
| Dezember bis Februar | etwa 5 Minuten | 3 - 4 mal täglich |
| März und November | etwa 10 Minuten | 3 - 4 mal täglich |
| April und September | etwa 15 Minuten | 2 - 3 mal täglich |
| Sommermonate | etwa 25 Minuten | nach Bedarf, mindestens 2 - 3 mal täglich |
Noch wirksamer: Querlüften
Besonders schnell gelingt der Luftaustausch, wenn gegenüberliegende Fenster oder Fenster und Zimmertüren gleichzeitig geöffnet werden.
Durch den Luftzug wird die verbrauchte Luft innerhalb weniger Minuten nach außen transportiert. Diese Form des Lüftens eignet sich besonders nach dem Duschen, Kochen oder wenn sich mehrere Personen längere Zeit in einem Raum aufgehalten haben.

Jeden Tag entsteht in Wohnungen eine erhebliche Menge Feuchtigkeit. Sie stammt unter anderem aus:
- Duschen und Baden
- Kochen
- Zimmerpflanzen
- Wäschetrocknen
- dem normalen Atmen
Kann diese Feuchtigkeit nicht entweichen, schlägt sie sich an kalten Oberflächen nieder. Die Folge können feuchte Stellen oder sogar Schimmel sein. Regelmäßiges Lüften hilft dabei, die Luftfeuchtigkeit auf einem gesunden Niveau zu halten und die Bausubstanz zu schützen.
Lüften und Heizen gehören zusammen. Räume sollten auch im Winter nicht vollständig auskühlen.
Als angenehm gelten häufig:
- Wohnzimmer: etwa 20 bis 22 °C
- Kinderzimmer: etwa 20 °C
- Schlafzimmer: etwa 16 bis 18 °C
- Bad: etwa 23 °C
Wer einzelne Räume vollständig auskühlen lässt, benötigt später häufig mehr Energie, um sie wieder aufzuheizen. Zudem steigt das Risiko für Feuchtigkeit und Schimmelbildung.

