19.06.2026

Hitzewellen, Trockenheit und  wachsender Bedarf: Es gibt Herausforderungen für die Trinkwasserversorgung. Warum Magdeburgs Wasser trotzdem läuft – und was jeder tun kann, damit das so bleibt.

Magdeburg liegt in einer der trockensten Regionen Deutschlands. Hitzeperioden werden länger, Regen seltener. Wenn im Hochsommer die Temperaturen klettern, steigt auch der Trinkwasserverbrauch spürbar an. Doch die lokale Infrastruktur ist gut gerüstet: Mit einem bewährten Versorgungssystem und neuen Konzepten sorgt die Trinkwasser Magdeburg GmbH (TWM) dafür, dass die Menschen auch in Zukunft gut versorgt sind.

Nachhaltig wirtschaften

Portrait Dr. Alexander Ruhland

Eine sichere Wasserversorgung hängt von mehreren Faktoren ab. Eine davon ist die Ressourcensicherheit: Das Wasserwerk Colbitz versorgt  Magdeburg mit Grundwasser aus der Colbitz- Letzlinger Heide – ein sehr großer natürlicher Speicher, der sich auch während längerer Trockenphasen bisher gut bewährt hat. Der große Vorteil: Durch Grundwasseranreicherung mit Wasser aus der Ohre können Defizite ausgeglichen werden. „Im langjährigen Durchschnitt fördern wir in etwa die gleiche  Menge Wasser, wie sie durch natürliche Niederschläge und Grundwasseranreicherung wieder neu gebildet wird“, erklärt Dr. Alexander Ruhland, Geschäftsführer der TWM. Der Klimawandel mit zunehmenden Trockenphasen stellt diese Balance auf die Probe. „Umso wichtiger ist es zukünftig, in den Monaten, in denen die Ohre viel Wasser führt, den Grundwasserspeicher wieder aufzufüllen”, so Ruhland. 

In die Zukunft investieren

Auch die Zuverlässigkeit technischer Anlagen ist entscheidend. Vom Wasserwerk Colbitz verlaufen drei große Leitungen nach Magdeburg. In sommerlichen Spitzenzeiten stoßen sie fast an ihre Grenzen. Fällt eine der Leitungen aus, kommt es zwar zu Einschränkungen – die Versorgung der Bevölkerung bleibt jedoch gesichert. Dennoch: Die Erneuerung der in die Jahre gekommenen Rohrleitungen, der Ausbau der Netzkapazität sowie der Aufbereitungsanlagen sind wichtige Aufgaben für die Zukunft.

Schutz vor Cyberangriffen

Der dritte Aspekt betrifft die Sicherheit von IT-Systemen und der Infrastruktur: „Angesichts zunehmender Cyberangriffe und Sabotage darf dieser Bereich nicht zu kurz kommen“, betont Dr. Alexander Ruhland. „Die TWM setzt auf konsequente Vorsorge.“ Zusätzlich erhöhen neue Gesetze die Schutzstandards.

Elbe-Wasserwerk als Chance

Frontalansicht des Wasserwerk Colbitz
SWM Mitarbeiter im Wasserwerk Colbitz

Neben dem Klimawandel steht Magdeburg vor weiteren Herausforderungen: Die Stadt wächst, und mit ihr steigt der Wasserbedarf. Doch reichen die vorhandenen Grundwasserreserven für eine deutliche industrielle Erweiterung – etwa den Bau des Hightech-Parks – nicht aus. Um Wachstum zu ermöglichen und nachhaltig zu sichern, ist ein neues Wasserwerk nötig, das Elbewasser aufbereiten soll. „Im Zusammenspiel mit den bestehenden Wasserwerken in der Region kann ein neues Elbe-Wasserwerk die Versorgung von Gewerbe und Industrie sichern und dabei helfen, auch die Folgen des Klimawandels für die Wasserversorgung aufzufangen. Daran müssen wir gemeinsam arbeiten“, fasst Dr. Alexander Ruhland zusammen. 

Bewusster Umgang zählt

Fazit: Magdeburgs Trinkwasser ist hochwertig und läuft zuverlässig. Damit das auch in Zukunft so bleibt, müssen Herausforderungen gemeinsam bewältigt werden. Klar ist für uns alle: Ein bewusster Umgang mit Wasser sollte selbstverständlich sein, vor allem im Sommer, wenn etwa durch Gießen und Poolbefüllen mehr verbraucht wird. Setzen Sie auf robuste Pflanzen, gießen Sie zurückhaltend, möglichst morgens oder abends, und schützen Sie unsere Gewässer, indem Sie schädliche Stoffe wie Farbreste oder Medikamente bitte nie über die Toilette entsorgen.

Magdeburger Trinkwasserqualität

Das Magdeburger Trinkwasser  überzeugt durch hervorragende Qualität. Mit modernem Monitoring im eigenen Labor behält die TWM die Wasserqualität stets  im Blick und kann so frühzeitig auf unerwünschte Spurenstoffe wie Arzneimittel, Pflanzen schutzmittel oder PFAS  („Ewigkeits chemikalien”) reagieren.  Das Ergebnis: Alle gemessenen Werte liegen deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten – für sicheres und sauberes Trinkwasser, ganz ohne zusätzliche Aufbereitung.