Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat am 23.06.2022 die zweite Stufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Grund seien verminderte Lieferungen aus Russland und das hohe Preisniveau auf dem Gasmarkt. Aktuell sei die Versorgungssicherheit gewährleistet, aber die Lage angespannt, heißt es aus dem Bundeswirtschaftsministerium.

Mit diesem Schritt soll erreicht werden, dass die Gasverstromung ausgesetzt wird und so freiwerdende Gaskapazitäten für die Wärmeversorgung und industrielle Produktion oder die Speicherung zur Verfügung stehen. Parallel sollen zusätzliche Kohlekraftwerke wieder in Betrieb gehen, um den Strom zu erzeugen, der nun nicht mehr durch Gas gewonnen wird.

Was bedeutet das wiederum für unsere Kundinnen und Kunden?

Eine Versorgung unserer Kundschaft ist derzeit gegeben. Das Gas, das wir eingekauft haben, bekommen wir vom Vorlieferanten.

Aktuell sind wir bei SWM Magdeburg in der Lage, unsere bestehenden Verträge zu erfüllen. Die bereits angekündigten Preiserhöhungen mit Wirkung zum 01.07.2022 werden wir umsetzen müssen, da die Preise im Energiemarkt weiter sehr hoch sind.

Für Magdeburg ist klar hervorzuheben: Mit dem Müllheizkraftwerk Rothensee und dem Biomasseheizkraftwerk sind wir in der Fernwärmeerzeugung von fossilen Energieimporten nahezu unabhängig. So haben wir gute Voraussetzungen, unsere Fernwärmekundinnen und -kunden im kommenden Winter sicher zu versorgen.

Darüber hinaus ist zu betonen: Wenn die Bundesregierung die Notfallstufe – die dritte Stufe des Notfallplans der Gasmangellage ausruft, in der ein Bundeslastverteiler Bezugseinschränkungen verfügt: Haushalte gehören zu den „geschützten Verbrauchern“. Diese sind möglichst bis zuletzt mit Gas zu versorgen.

FAQ zur Gasmangellage

Deutschland bezieht bisher - aufs Jahr gerechnet - immer noch mehr als 30 % seines Gasbedarfs aus Russland. Ende Juni wurden die Lieferungen über die Leitung Nordstream 1 immer weiter gedrosselt.

Dennoch: die Versorgungssicherheit ist derzeit gewährleistet.

Immer aktuelle Informationen erhalten Sie über die Webseiten der Bundesnetzagentur  Bundesnetzagentur - Aktuelle Lage Gasversorgung .

Wenn nicht ausreichend Gas ins deutsche Gasnetz kommt, kann die Bundesnetzagentur die „Gasmangellage“ feststellen.

Die Erdgasimporteure werden dann versuchen, die fehlenden Mengen aus anderen Quellen zu beschaffen. Das ist deutlich teurer. Die Mehrkosten dürfen dann an die Kund:innen weitergegeben werden. So regelt es das Energiesicherungsgesetz (EnSiG).

In diesem Fall übernimmt die Bundesnetzagentur als „Bundeslastverteiler“ die Verantwortung. Sie übermittelt den Netzbetreibern Vorgaben, wieviel Gas sie verteilen dürfen. Die Netzbetreiber setzen diese Vorgaben um.

Zuerst betroffen sind die sogenannten ungeschützten Kund:innen. Dort wird die Gaszufuhr reduziert.

Am längsten geschützt sind Haushaltskunden, die Produktion von Wärme für private Haushalte und Einrichtungen „grundlegender sozialer Dienste“ wie Krankenhäuser und die Polizei.

Da wir unser Gas nicht nur aus Russland, sondern auch aus anderen Ländern wie Norwegen, Belgien, Holland und England beziehen, haben wir auch in einer Gasmangellage noch Erdgas – allerdings deutlich weniger und damit wird es deutlich teurer.

In einer Gasmangellage ist dann durch das Energiesicherungsgesetz (EnSiG) auch geregelt, wie wir die Preise für unsere Kund:innen anpassen dürfen.

Beim Umlageverfahren nach § 26 EnSiG finanziert der Staat in einem ersten Schritt direkt bei den Importeuren die Mehrkosten für die Ersatzbeschaffung.  Damit wird ein Puffer für die Letztverbraucher geschaffen.

In einem zweiten Schritt wird diese staatliche Vorfinanzierung durch eine Umlage mit der Gasrechnung bei allen Gaskund:innen refinanziert. Dies geschieht zeitlich gestreckt. Alle Gaskund:innen tragen die Mehrkosten über einen längeren Zeitraum gleichermaßen. Damit werden die monatlichen Belastungen reduziert.

Der Vertrag, den wir geschlossen haben, besteht auch in der Gasmangellage fort. Können wir allerdings kein Gas mehr liefern, greifen die gesetzlichen Regelungen zur „Unmöglichkeit“. Damit entfallen unsere beidseitigen Leistungspflichten. Konkret: wir liefern nicht mehr und Sie zahlen nicht mehr.

Falls es zu einer Preisanpassung nach den Regelungen des EnSiG kommt, werden wir Ihren Abschlag erhöhen und Sie erhalten eine neue Abschlagsrechnung. Damit verteilen sich die Mehrkosten auf den monatlichen Betrag und wir vermeiden so für Sie eine deutlich höhere Nachzahlung.

Grundlage für Ihren neuen monatlichen Abschlag sind Ihr voraussichtlicher Verbrauch bis zur nächsten Jahresrechnung und die gültigen Preise.

Weil der Gasverbrauch über das Jahr sehr unterschiedlich ist, können auch bei gleichem Jahresverbrauch Abschläge – je nach Zeitpunkt der Jahresrechnung und Beginn der Preisänderung sehr unterschiedlich ausfallen.

In Mietwohnungen erfolgt die Abrechnung der Heizkosten in der Regel zentral über die Vermieter:in oder die Hausverwaltung. Den monatlichen Abschlag zahlen Mieter:innen über die Nebenkosten mit ihrer Miete. Nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Vermieter:in auf und bitten um eine Anpassung.

Uns ist bewusst, dass die Lebenshaltungskosten generell und gerade auch bei Energie enorm gestiegen sind. Mit Ihnen werden wir versuchen, Härten mit Ratenplänen und Stundungen abzumildern. Für vorübergehende Engpässe finden wir gemeinsam eine Lösung – melden Sie sich einfach bei uns.

Darüber hinaus empfehlen wir Ihnen, sich Rat und Unterstützung zu holen. Nähere Informationen finden Sie unter Zahlungsschwierigkeiten (sw-magdeburg.de) 

 

Angesichts der aktuellen Lage haben wir unsere Angebote rund um die Energieberatung deutlich ausgebaut. Nutzen Sie unsere persönliche Beratung mit unseren Energieberater:innen. Bitte holen Sie sich dafür vorher einen Termin. Am besten per Telefon 0391 587 2323.

Zusätzliche bieten wir zahlreiche Energie-Seminare an - auch zu Themen wie Wärmepumpe, PV-Anlagen und alternative Heizungen.

Nicht zuletzt ein Tipp für Hausbesitzer:innen: Nutzen Sie im Winter unser Angebot der Infrarotbilder – mit diesem Service helfen wir Ihnen, den Wärmefluss Ihres Gebäudes sichtbar zu machen. So bleibt kein Wärmeleck unentdeckt Heizkosten sparen (sw-magdeburg.de).

Alle Themen rund um unsere Energieberatung finden Sie hier Energieberatung (sw-magdeburg.de).

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