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Neue Strompreise bei SWM – Antworten auf die häufigsten Fragen

Was tut sich beim Strompreis der Städtischen Werke Magdeburg?

Wir versorgen Sie stets so günstig wie möglich mit Energie. Doch es gibt Entwicklungen, die wir nicht beeinflussen können: So ziehen die Preise für alle Energiearten an den Handelsplätzen deutschlandweit seit geraumer Zeit an. Das verteuert unsere Beschaffungskosten. Auch die Netzentgelte, die wir an Betreiber von Transportnetzen für die Stromdurchleitung abführen müssen, steigen. Das macht den Strom insgesamt teurer.

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Den größten Anteil am Strompreis, den Sie zahlen, bilden Steuern sowie staatliche Abgaben und Umlagen mit rund 56 Prozent (siehe Frage 4). Rund ein Viertel des Preises entfällt auf die ebenfalls staatlich regulierten Netznutzungsentgelte, die wir als Energielieferant an die Netzbetreiber abführen müssen. Die restlichen 19 Prozent sind für Produktion beziehungsweise Beschaffung der elektrischen Energie, das Vertragsmanagement und den Service. Nur diesen kleinen Teil können wir als Energielieferant bedingt beeinflussen.

Warum ziehen die Preise an den Energiebörsen an?

Ein Grund für die Preisspirale an den Handelsplätzen ist die geopolitische Lage. Der Handelsstreit zwischen USA und China oder der Atomkonflikt mit dem Iran wirken sich beispielweise preissteigernd aus. Auch werden Umweltzertifikate (CO2-Zertifikate) teurer. In den vergangenen Monaten haben sich die Preise für diese Zertifikate mehr als verdreifacht. Die Zertifikate werden von der Europäischen Union herausgegeben. Um Unternehmen und Energieerzeuger zu motivieren, möglichst wenig schädliche Treibhausgase auszustoßen, werden diese jedes Jahr verknappt. Dadurch steigt der Preis pro Zertifikat. Durch die steigende Nachfrage von Kohle und Gas sind auch diese teurer geworden. Das verteuert Strom aus diesen Energieträgern.

Wie entwickeln sich die staatlichen Umlagen?

Insgesamt gibt es fünf verschiedene Abgaben und Umlagen zur Finanzierung der Energiewende. Die bekannteste davon ist die EEG-Umlage. In Summe sinken die Umlagen für 2019 um 0,144 Cent auf 7,411 Cent pro Kilowattstunde netto.

Im Strompreis enthalten
(netto zzgl. MwST.)
2018er Werte2019er WerteVeränderung
EEG-Umlage6,792 Cent/kWh6,405 Cent/kWh-0,387 Cent/kWh
Aufschlag KWK0,345 Cent/kWh0,280 Cent/kWh-0,065 Cent/kWh
Offshore-Netzumlage0,037 Cent/kWh0,416 Cent/kWh+0,379 Cent/kWh
§ 19 StromNEV-Umlage0,370 Cent/kWh0,305 Cent/kWh-0,065 Cent/kWh
Abschaltbare Lasten-Umlage0,011 Cent/kWh0,005 Cent/kWh-0,006 Cent/kWh
Summe7,555 Cent/kWh7,411 Cent/kWh-0,144 Cent/kWh

Hinzu kommen die Stromsteuer, Konzessionsabgabe sowie die Mehrwertsteuer.

Wie verändern sich die Netzentgelte?

Das natürliche Angebot an Wind- und Sonnenenergie schwankt je nach Witterung. Entsprechend unterschiedlich hoch ist die Menge des erzeugten Stroms aus diesen Quellen. Solche Schwankungen sind eine Herausforderung für das Stromnetz und die Netzsteuerung. Damit das Netz dennoch immer stabil und zuverlässig funktioniert, müssen die Betreiber in dessen Ausbau investieren. Die Finanzierung der entsprechenden Netzausstattung und der Betrieb der Netze geschehen über die Netzentgelte.

Was sind Netzentgelte?

Stromlieferanten, die das Netz eines Netzbetreibers für die Durchleitung von Strom bis zu ihren Kunden nutzen, müssen dafür ein vorab festgelegtes Entgelt zahlen – die Netzentgelte. Die Höhe der Netzentgelte ist bundesweit sehr unterschiedlich. Sie hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel Bodenbeschaffenheit, Geologie, Besiedelungsdichte. Ab 2019 gilt ein neues Gesetz für die Berechnung der Netzentgelte für die Übertragungsnetzbetreiber, hierbei sollen die regional unterschiedlichen Entgelte schrittweise angeglichen werden. Dieses soll die regionalen Unterschiede verringern.

Wer legt die Netzentgelte fest?

Die Netzentgelte werden vom jeweiligen Netzbetreiber festgelegt, jedoch von Bund und Land reguliert. Sie orientieren sich zum einen an den Kosten des Netzbetreibers, zum anderen an der Effizienz des Betriebs und den Kosten vergleichbarer Netzbetreiber. Es ist also festgelegt, welche Beträge ein Netzbetreiber maximal erlösen darf. Weil Netze eigentlich natürliche Monopole sind, hat der Gesetzgeber Anreize für einen möglichst effizienten und sicheren Betrieb geschaffen und somit Erlösobergrenzen definiert.

Wie entwickelt sich der Strompreis langfristig?

Das kann niemand so genau sagen. In den letzten Monaten ist der Strompreis an den Handelsplätzen tendenziell eher gestiegen. Das liegt an mehreren Faktoren.

1. Höhere Preise für die sogenannten CO2-Zertifikate: Diese Emissions-Zertifikate werden von der EU herausgegeben, um Unternehmen zur Einsparung von Treibhausgasen zu motivieren – wer die Luft belastet, braucht entsprechende. Die Anzahl der Zertifikate wird Jahr für Jahr gesenkt und somit verknappt. Die Folge: Der Preis pro Zertifikat steigt – pro Tonne CO2 werden aktuell etwa 24 Euro fällig. Weil sich auch Kraftwerksbetreiber mit Zertifikaten eindecken müssen, zieht der Börsenstrompreis an.

2. Netzausbau (siehe Antworten auf Fragen 5 – 7

3. Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG): Vor der EEG-Novelle wurde Strom teilweise unter den tatsächlichen Herstellungskosten verkauft. Die EEG-Novelle hat diesen Mechanismus korrigiert. An den Börsen hat Ökostrom nach wie vor Vorrang. Er wird zuerst vermarktet. Das hat indirekt Einfluss auf die Nachfrage nach Strom aus anderen Kraftwerken wie Gas-, Kohle- oder Kernkraftwerke und damit auf den Preis.

Dennoch hat auch der Börsenstrompreis nur in geringem Maße Einfluss auf die Preise für Endverbraucher, denn knapp 80 Prozent der Preisbestandteile sind staatlich bestimmt (Steuern, Abgaben, Umlagen zur Finanzierung der Energiewende, regulierte Netzentgelte).

Zu welchen Konditionen haben die Städtischen Werke Magdeburg Strom eingekauft?

Gehandelt wird Strom unter anderem an der Energiebörse European Energy Exchange, kurz EEX, in Leipzig. Dort kaufen wir einen Großteil der elektrischen Energie ein, die unsere Kunden brauchen. Um einerseits zu gewährleisten, dass die notwendigen Mengen auch sicher verfügbar sind, und um andererseits das Preisrisiko zu minimieren, beschaffen wir langfristig im Voraus Teilmengen. Wer früh anfängt, die entsprechenden Mengen zu ordern, erzielt unterm Strich einen Mittelwert beim Preis pro Kilowattstunde – starke Ausschläge nach oben oder unten fallen weniger stark ins Gewicht. Dieser Einkauf geschieht am sogenannten Terminmarkt. Auf dem Spotmarkt werden dann kurzfristig die geringen Restmengen beschafft – etwa für den kommenden Tag oder die nächste Woche. Wenn etwa die Wetterprognosen schlecht sind, erwarten wir weniger Einspeisung aus Solaranlagen und kaufen entsprechend mehr Strom an der Börse ein.

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