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Häufige Fragen zur Erdgas als Kraftstoff

  • Was ist CNG?

    CNG steht für Compressed Natural Gas und heißt nichts anderes als komprimiertes ERDGAS. In dieser Form wird es an Tankstellen angeboten.

  • Was ist der Unterschied zwischen H-Gas und L-Gas?

    In Deutschland sind zwei Erdgassorten gebräuchlich: "H-Gas" (High-Gas) und "L-Gas" (Low-Gas). Das H-Gasnetz ist fast bundesweit ausgebaut, während L-Gas überwiegend in Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen verfügbar ist. Die Zusammensetzung der Gassorten (H- und L-Gas) führt zu Unterschieden des Energieinhalts und wirkt sich auf Verbrauch und Reichweite der Erdgasfahrzeuge aus. Für den Opel Zafira Tourer 1.6 CNG beträgt die Reichweite mit L-Gas rund 450 statt 530 Kilometer (H-Gas). Verbraucher zahlen an der Tankstelle für L-Gas weniger als für H-Gas, da sich der Preis beim Kraftstoff ERDGAS über den Heizwert (Kilowattstunde) und nicht über die Tankmenge (Kilogramm) definiert. Bundesweit ist die Auszeichnung der Gassorte an Erdgastankstellen in der 10. Bundesimmissionsschutzverordnung geregelt.

  • Wie lange reichen die weltweiten Erdgasvorräte und woher kommen sie?

    ERDGAS kommt in nahezu jedem Teil der Erde als natürliche Ressource vor. Die bisher erschlossenen fossilen Erdgasvorkommen reichen laut Experten noch für mindestens 70 Jahre – bei gleichbleibendem Verbrauch. Allerdings werden zunehmend neue Vorkommen entdeckt und erschlossen. Die Versorgung ist damit langfristig und über viele Generationen gesichert. Gleichzeitig wird die Produktion von BIO-ERDGAS zunehmend gesteigert. Für weitere Zukunftssicherheit sorgt künftig ein weiterer nachhaltiger Kraftstoff: synthetisches ERDGAS, welches aus überschüssiger Wind- und Solarenergie gewonnen wird.

     

    Der Vergleich mit dem Energieträger Erdöl – von dem der deutsche Verkehrssektor bislang zu über 95 Prozent abhängig ist – verdeutlicht das zusätzliche Reichweitenpotenzial von ERDGAS. Unter Zugrundelegung der aktuellen Fördermenge ergeben sich globale statische Reichweiten für Erdöl von rund 40 Jahren, zusätzliche Potenziale sind - anders als bei ERDGAS - beschränkt, denn in 90 Prozent der Ölförderländer sind die Fördermaxima bereits nachweislich überschritten. Auch zeigt sich schon seit den 1960er Jahren ein Rückgang der jährlichen Erdölneufunde, seit 1981 liegen sie unter dem Verbrauch.

     

    Zu den wichtigsten Bezugsquellen von ERDGAS zählen heute Großbritannien, Deutschland, Russland, Norwegen und die Niederlande. Global steigt die Zahl der Förderländer, die verflüssigtes ERDGAS (LNG) nach Europa exportieren.

  • Worin unterscheidet sich ERDGAS von Flüssiggas bzw. Autogas?

    Flüssiggas bzw. Autogas (LPG: Liquefied Petroleum Gas) ist ein Gemisch aus Propan und Butan, das als Nebenprodukt bei der Erdölraffinierung anfällt. Autogas hat ein höheres Molekulargewicht als ERDGAS und ist deshalb fast doppelt so schwer wie Luft.

     

    ERDGAS ist dagegen aufgrund seines hohen Wasserstoffanteils leichter als Luft und verflüchtigt sich im Fall eines Austritts in der Atmosphäre. Als Kraftstoff sind ERDGAS und Autogas nicht untereinander austauschbar - unterschiedliche Tankstutzen an den Fahrzeugen verhindern zudem eine Verwechslungsgefahr.

     

    Flüssiggas wird in Litern verkauft und hat pro Verkaufseinheit einen deutlich geringeren Energiegehalt als ERDGAS und Benzin, daher können die Preise an der Tankstelle nicht direkt miteinander verglichen werden.

  • Gibt es ein erhöhtes Risiko bei Erdgasfahrzeugen?

    Von Erdgasautos geht keine erhöhte Gefahr aus. Die stabilste Komponente des Fahrzeuges ist der Erdgastank, der auf einen Betriebsdruck von 200 bar ausgerichtet ist. Die Sicherheitsprüfung des TÜV schreibt für die Fahrzeugtanks sogar einen Berstdruck von 600 bar vor, dem die Behälter standhalten müssen. Die allgemein auftretenden Belastungen durch mechanische Kräfte bei Unfällen werden damit bei weitem überschritten. Sicherheitsventile sorgen für ein gezieltes Abblasen oder bei Hitzeeinwirkung für ein kontrolliertes Abbrennen des ERDGAS. Selbst beim Entweichen großer Gasmengen besteht keine Explosionsgefahr, denn ERDGAS ist leichter als Luft und verflüchtigt sich sofort in die Atmosphäre.

  • Dürfen Erdgasfahrzeuge in Parkhäuser und Tiefgaragen einfahren?

    Das Parken von Erdgasautos ist in Parkhäusern und Tiefgaragen nach den Länderbauordnungen in allen Bundesländern erlaubt. Das Hausrecht stellt aber jedem Parkhausbesitzer frei, welchen Fahrzeugen er Einfahrt gewährt und welchen nicht.

  • Was ist bei der Pflege und Wartung eines Erdgasautos zu berücksichtigen?

    Die Wartung eines Erdgasfahrzeuges unterscheidet sich nicht wesentlich von der eines Benziners. Dies gilt auch für die Inspektionsintervalle. Fragen zur Inspektion beantworten gerne die jeweiligen Fahrzeughersteller. Bei allen Kraftfahrzeugen, die entweder serienmäßig mit einer Gasanlage ausgerüstet sind oder bei denen ein Gassystem nachgerüstet wurde, müssen die Gasanlagen einer wiederkehrenden Prüfung unterzogen werden, der sogenannten Gasanlagenprüfung (GAP).

     

    Diese wird in der Regel im Zuge der Hauptuntersuchung (HU) durchgeführt. Wird ein Fahrzeug bei einer staatlich anerkannten Prüforganisation zur HU angemeldet und dabei festgestellt, dass es sich um ein Erdgasfahrzeug handelt, dann wird auch gleich die GAP durchgeführt. Hierbei handelt es sich um eine Sichtprüfung, bei der alle Bauteile (Leitungen, Ventile, Druckbehälter, Verbindungsstücke) auf Vollständigkeit, Funktion und Dichtigkeit geprüft werden. Die GAP wird zudem separat fällig, wenn die Anlage repariert wurde oder das Auto zum Beispiel durch einen Unfall beschädigt wurde, um auszuschließen dass die Sicherheit der Gasanlage beeinträchtigt sein könnte. Die Prüfung der Gasanlage führen der TÜV und die DEKRA sowie anerkannte Werkstätten durch.

  • Was ist beim Kauf von gebrauchten Erdgasfahrzeugen zu beachten?

    Bei älteren Erdgasfahrzeugen (vor Baujahr 2006) besteht die Möglichkeit, dass die Gasanlage nicht nach ECE R110 geprüft wurde. In diesem Fall kommt die nationale Druckbehälterordnung und das Merkblatt VdTÜV 757 zum Tragen. Nach dieser Verordnung gilt für die Druckbehälterprüfung, dass Stahlbehälter je nach Herstellerangaben erstmalig nach 5 bzw. 10 Jahren geprüft werden müssen.

     

    In der Regel ist der Prüfzeitpunkt in den Gasbehältern eingeschlagen bzw. in den Fahrzeugbegleitpapieren dokumentiert. Vor diesem Hintergrund ist beim Gebrauchtwagenkauf darauf zu achten, ob die Druckbehälterprüfung bereits durchgeführt worden ist oder wann diese fällig wird. Die staatlich anerkannten Prüforganisationen können hierzu Auskunft geben.

  • Warum wird ERDGAS nach Kilogramm abgerechnet?

    Die Kosten von ERDGAS bemessen sich nach seinem Energiegehalt, der in der Regel in Kilowattstunden (kWh) angegeben wird. An Tankstellen darf komprimiertes ERDGAS jedoch nach dem Eichgesetz nicht nach Volumen (1 Kubikmeter = 1.000 Liter) oder Kilowattstunden, sondern nur nach seiner Masse in Kilogramm verkauft werden. Um einen Preisvergleich mit Benzin bzw. Dieseltreibstoff zu ermöglichen, muss man deshalb den Energiegehalt bestimmen. Ein Kilogramm ERDGAS beinhaltet die Energie von rund 1,5 Litern Benzin bzw. 1,3 Litern Diesel.

  • Kann ich ein Erdgasfahrzeug an der heimischen Heizgasleitung betanken?

    Private Erdgasanschlüsse haben einen Druck von nur wenigen Millibar. ERDGAS als Kraftstoff muss zur Betankung auf 200 bar komprimiert werden. Aufgrund des dafür notwendigen Energieaufwandes ist die Betankung aus dem heimischen Heizgasanschluss wirtschaftlich nicht sinnvoll, auch wenn sie technisch realisierbar ist.

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