09.12.2020

Das neue GEG

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist in Kraft getreten. Was bedeutet das? Springen jetzt die Effizienz-Anforderungen an Gebäude steil nach oben? Nein, vielmehr ist eine übersichtlichere Rechtslage entstanden.

Das neue Gesetz vereinheitlicht die energetischen Standards für Gebäude und vereint das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) in einem Gesetz.

Das neue GEG enthält Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden. Dabei geht es insbesondere um die Bereiche Energieeinsparung sowie die Nutzung erneuerbarer Energien, wie schon die vollständige Fassung des Gesetzes im Namen deutlich macht: „Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden (kurz: Gebäudeenergiegesetz – GEG)“.

 

BMHKW Magdeburg mit Holzhackschnitzel im Vordergrund

Erneuerbare werden zur Pflicht

Unter anderem verpflichtet das GEG Bauleute dazu, von Ausnahmen abgesehen, sich für die Nutzung mindestens einer Form erneuerbarer Energie zu entscheiden. Dazu zählen auch erneuerbare Energien aus gebäudenahen Quellen wie Solarstromanlagen* oder aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Erlaubt ist ebenso die Nutzung von regenerativer Fern- und Abwärme.

*Solarstromanlagen

Der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) enthaltene Solardeckel ist Anfang Juli 2020 gestrichen worden. Damit hat der Gesetzgeber verhindert, dass künftig neu gebaute Photovoltaik-Anlagen (PV) aus der Förderung nach dem EEG fallen. Die Streichung des Deckels aus dem EEG sichert jetzt, dass der Bund weiterhin PV-Anlagen mit einer Leistung bis 750 kW über eine Einspeisevergütung fördert.

 

Nur mit Beratung

Bei wesentlichen Renovierungen müssen Sanierer:innen eine beratende Person ins Boot holen – bevor der erste Hammer kracht. Die Person vom Fach können Bauleute frei wählen. Bedingung: Die Energieberatung ist unentgeltlich und die Fachkraft qualifiziert.

Energieberatung am Stromzähler
Ausschnitt einer Hausfassade

Energieausweise

Um die Qualität der Energieausweise zu verbessern, legt das GEG strengere Sorgfaltspflichten für Aussteller:innen von Energieausweisen fest. Diese müssen Berechnungen, die sie nicht selbst erstellt haben, einsehen, bevor sie auf dieser Basis einen Ausweis ausstellen. Sie müssen die von Eigentümer:innen bereitgestellten Angaben sorgfältig prüfen und dürfen diese schon dann nicht verwenden, wenn nur Zweifel an deren Richtigkeit bestehen. Um die Qualität der Modernisierungsempfehlungen zu verbessern, müssen Aussteller:innen bei Energieausweisen für bestehende Gebäude eine Vor-Ort-Begehung durchführen oder sich geeignete Fotos zur Verfügung stellen lassen, die eine Beurteilung der energetischen Eigenschaften des Gebäudes ermöglichen.

Energieausweis bei SWM bestellen

Neu: Ausweis zeigt Treibhausgase

Ein Energieausweis beinhaltet zukünftig auch die Treibhausgasemissionen eines Gebäudes. Gibt es zudem inspektionspflichtige Klimaanlagen, muss der Ausweis auch das Datum der nächsten Inspektion angeben. Bei Neubauten nennt der Ausweis zusätzlich zum Anteil der erneuerbaren Energien am Wärme- und Kälteenergiebedarf auch den Anteil zur Pflichterfüllung.Und: Künftig müssen neben Verkäufer:innen und Vermieter:innen auch Makler:innen einen  Energieausweis vorlegen.

Bedingtes Verbot von Ölheizungen

Den Vorrang erneuerbarer Energien im GEG macht ein anderes Beispiel deutlich: Der Einbau einer neuen, reinen Erdölheizung ist ab 2026 grundsätzlich verboten. Für Neubauten hat sich dadurch nichts geändert: Bisher schrieb das EEWärmeG, künftig das GEG, vor, erneuerbare Energien für einen Teil des Wärme- und Kältebedarfs des Gebäudes zu nutzen. Eine ähnliche Regelung gilt auch für Bestandsgebäude: Ein neuer Ölkessel darf ab 2026 hier eingebaut werden, wenn ein Teil der Energie durch erneuerbare Energien gedeckt wird. Das Einbauverbot von Ölheizungen für Bestandsgebäude gilt nicht, wenn weder Erdgas noch Fernwärme zur Verfügung stehen, eine anteilige Nutzung von erneuerbarer Energie technisch nicht möglich ist oder zu einer unbilligen Härte führt.

Junges Paar bei der SWM Energieberatung im Gespräch

Fragen an den SWM Energieberater René Herbert zum neuen GEG: