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Wer, wie, was?

Wir haben unsere Auszubildenden Felix (27, 3. Ausbildungsjahr) und Tobias (20, inzwischen Jungfacharbeiter) zu ihrer Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik bei SWM interviewt. Scroll Dich einfach durch ihre Antworten und Du  bekommst einen spannenden Einblick in die Welt unserer Auszubildenden!

Du hast eine Frage, die so noch nicht beantwortet wurde? Dann stell sie einfach per E-Mail an karriere(at)sw-magdeburg.de und unsere Azubis antworten Dir! Wir freuen uns auf Deine Fragen!

Warum wollt ihr Fachkraft für Abwassertechnik werden?

Tobias: Ich wollte schon immer einen Beruf in Richtung Umweltschutz erlernen. Ich habe mich daher im BIZ (Berufsinformationszentrum) beraten lassen und zusätzlich im Internet geschaut. Eine Frau an unserer Schule hat mir bei meinen Bewerbungen geholfen. Sie hat mir auch zum Beruf der Fachkraft für Abwassertechnik geraten und mich dazu ermutigt, in diesem Beruf ein Praktikum zu machen. Das habe ich dann auch in meiner Heimatstadt bei den Stadtwerken Stendal getan. Das Praktikum hat mir gut gefallen und so habe ich mich dann auch in dieser Richtung beworben.

Felix: Vor meiner Ausbildung bei den SWM war ich acht Jahre lang Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Weil sich dann jedoch mein familiäres Umfeld geändert hat und ich von Zwickau nach Magdeburg gezogen bin, musste ich mir überlegen, was ich im Anschluss mache. Da ich nicht länger bei der Bundeswehr bleiben wollte, informierte ich mich auf der Berufsbildungsmesse „Perspektiven“, auch am Stand der SWM. Ich kannte den Beruf Fachkraft für Abwassertechnik schon von meinem Vater, deshalb hatte ich keinerlei Berührungsängste und habe mich dafür beworben. Und es hat geklappt. (grinst)

Was macht euch am meisten Spaß?

Tobias: Ich finde, dass unser Beruf sehr vielseitig ist, da wir Berührungspunkte mit Elektronik, Metallverarbeitung
und dem Labor haben. So bekommen wir aus jeder Sparte etwas mit.

Felix: Da kann ich mich nur anschließen. Unser Beruf ist auch deshalb vielseitig, weil wir sowohl drinnen als auch
draußen arbeiten. Dazu gehört es, verschiedene technische Anlagen und Maschinen in der Stadt anzufahren und zu kontrollieren.

Was nervt?

Felix: Mich stört es, dass die Berufsschule in Bitterfeld ist. Für uns Magdeburger wäre es besser, wenn diese hier oder in der Umgebung wäre. Da wir Blockbeschulung haben – meistens 2 Wochen am Stück – müssen wir dort im Wohnheim übernachten oder täglich fahren. Gut finde ich es, dass SWM uns unterstützt und sowohl die Unterkunft  als auch die Bahnfahrten nach Bitterfeld bezahlt. Manche Leute denken ja auch, dass die Gerüche in unserem Beruf ein Problem darstellen. Das ist aus meiner Sicht aber reine Gewöhnungssache. Der eine hat vielleicht eine feinere Nase als der andere, aber wenn es im Klärwerk stinkt, ist es eher ein Zeichen dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist. Eigentlich riecht man im Klärwerk Gerwisch relativ wenig, ausgenommen rund um die Faultürme oder im Rechen. Im Müllheizkraftwerk riecht es aber auch nicht unbedingt nach Rosen. (beide lachen)!

Tobias:
Das glaube ich auch. Es gibt allerdings schone in paar Fachbereiche im Unternehmen, in denen wir nicht zu zartbesaitet sein sollten, z.B. im Kanalnetz oder in den Pumpwerken. Dafür bekommen wir für den Einsatz dort aber auch die entsprechende Schutzkleidung.

Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen?

Tobias: In den Pumpwerken und in der Kanalisation kann es schon recht eng werden. Da sollte man keine Probleme mit haben.

Felix: Man sollte teamfähig sein, aber auch Lust daran haben, selbstständig zu arbeiten. Außerdem muss man körperliche Arbeit mögen. Manchmal müssen wir Kanaldeckel anheben, das ist schon ziemlich schwer, auch wenn wir das meist zu zweit erledigen.

Tobias: Auch eine Pumpe zu ziehen und zu bewegen kann sehr anstrengend sein. Heute habe ich z. B. eine  Probeentnahme gemacht, was auch nicht leicht war.

Felix:
Bewerber um unseren Beruf sollten außerdem sehr vielseitig interessiert sein, vor allem in die Richtungen Chemie und Mathematik.

In welchen Schulfächern sollte man gut sein?

Beide im Chor: Chemie. (alle lachen)

Tobias:
Dieses Fach ist für unsere Ausbildung sehr wichtig: einmal für die Tätigkeit im Labor, aber auch, weil in der Berufsschule jedes Jahr ein oder zwei Fächer auf dem Stundenplan stehen, die mit Chemie zu tun haben. Ebenso Biologie, auch wenn es kein Hauptfach in der Ausbildung ist. Zum Beispiel werden verschiedene Kreisläufe behandelt, die auch für unsere Prüfungen relevant sind. Das betrifft den Stickstoff-, Sauerstoff-, Kohlenstoff- und auch den Wasserstoffkreislauf, den manche wahrscheinlich schon in der Schule hatten.
Als mathematische Fähigkeit sollte man auf jeden Fall umrechnen können. Dies ist z.B. für die Monatsabrechnung in den Pumpwerken wichtig. Dort gibt es verschiedene Anlagen, deren Werte abgelesen und verglichen werden und daraufhin Differenzen ausgerechnet werden müssen. Daher ist auch ein bisschen Physik dabei.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Felix: Grundsätzlich dauert unsere Ausbildung drei Jahre. Im ersten Ausbildungsjahr sind wir hauptsächlich in der SBH Südost GmbH in der Lehrwerkstatt für Metallverarbeitung eingesetzt sowie einen Monat im Klärwerk Gerwisch, wo uns jeweils die Grundlagen unseres Berufs erklärt werden. Nach und nach durchlaufen wir dann auch die anderen Fachbereiche.

Tobias: Im zweiten Ausbildungsjahr sind wir ebenfalls zwei bis drei Monate in der SBH Südost GmbH eingesetzt und absolvieren den Kurs Elektronik, in dem uns u. a. die Funktionsweise und die verschiedenen Arten von Motoren erklärt werden. Aber auch Schaltkreise werden dort behandelt. Außerdem findet in diesem Ausbildungsjahr die Zwischenprüfung statt und bei den SWM durchlaufen wir die Einsatzbereiche Pumpwerke und Kanalnetz. Im dritten Ausbildungsjahr sind wir komplett im Klärwerk in Gerwisch eingesetzt und absolvieren zusätzlich den Klärwärter-Grundkurs.

Was genau sind eure Aufgaben?

Felix: Im Kanalnetz kümmern wir uns hauptsächlich um die Behebung von Kanalschäden, die Suche und Beseitigung von Verstopfungen und um die Untersuchung von Hausanschlüssen mit einer Kamera, um Risse, Schäden oder Fremdeinleitungen, also illegale Einleitungen ins Abwassernetz, zu entdecken.

Tobias:
Im Klärwerk haben wir Azubis auch die Grünpflege der Anlage zu erledigen. Da müssen wir halt durch, aber ich konnte auch ein paar Becken ausspritzen und reinigen. Im Labor war ich bisher noch nicht, aber Abwasserproben habe ich schon entnommen. Diese werden im Labor ausgewertet, z. B. erfolgt eine pH-Wert-Messung oder eine Neutralisation. Auch bestimmen wir dort den Säure-, Salz- oder Sauerstoffgehalt von Proben. Ebenso werden wir im Elektrobereich eingesetzt. Als „elektrotechnisch unterwiesene Person“ helfen wir bei der Wartung und Bedienung der Maschinen. Bei einem Einsatz in den Pumpwerken fahren wir mit den Kollegen raus. An jeder Hebestelle und jedem
Pumpwerk werden die Werte an den Messgeräten für den ganzen Monat kontrolliert. Wir schauen nach der Durchflussmenge und überprüfen Abweichungen zum Vormonat. Innerhalb des Monats werden die Daten über den Computer ausgewertet, wenn dann Unregelmäßigkeiten auftreten, fahren wir raus und sehen nach, was los ist. Dann
müssen wir häufig in den Kanalschacht klettern und Steine rausholen, die die Rückschlagklappe blockieren oder auch Pumpen entnehmen, die gewartet oder gereinigt werden müssen.

Welche Eigenschaften sollte man haben?

Felix: Offenheit, Teamfähigkeit und Hilfsbereitschaft sind aus meiner Sicht wichtig. Schön ist, wenn wir Azubis uns zuerst untereinander helfen, bevor wir zum Ausbilder oder zur JAV gehen.

Arbeitet ihr alleine oder im Team?

Tobias: Das ist gut gemischt. Im Kanalnetz arbeiten wir vor allem im Team, denn bei einer Kanalbegehung muss zur Sicherheit immer eine zweite Person dabei sein.

Felix: Im Klärwerk arbeiten wir mehr eigenständig.

Tobias (schränkt ein):
Außer wenn wir Klärbecken ausspritzen oder Anlagenteile wechseln, da arbeiten wir nie allein.

Wie klappt die Zusammenarbeit mit Ausbildern und Kollegen?

Felix: Meine Ausbilder in der SBH Südost GmbH sind top.

Tobias: Ja, im ersten Ausbildungsjahr haben wir dort tolle Ausbilder, die uns alles zeigen und gute Tipps geben. Außerdem haben sie viel Erfahrung im Umgang mit Jugendlichen.

Felix: In den SWM Fachbereichen, in denen ich bereits eingesetzt war, war ich mit den Ausbildungsbeauftragten und Kollegen zufrieden. Ich habe dort mit verschiedenen Mitarbeitern zusammengearbeitet und die meisten waren wirklich in Ordnung und haben mir auch viel gezeigt. Natürlich gibt es immer den einen oder anderen, mit dem man nicht auf einer Wellenlänge liegt.

Tobias (ergänzt): Aber das übersteht man auch.

Wie kommt ihr morgens zur Arbeit?

Tobias: Ich fahre jeden Morgen mit der Straßenbahn. In Magdeburg ist alles gut gelegen und – wer sportlich ist –
kann auch mit dem Fahrrad fahren. Zum Klärwerk nach Gerwisch zu kommen, ist da schon etwas schwieriger. Als
Azubi ohne Auto muss ich mit dem Zug nach Gerwisch fahren und von dort zu Fuß weiter bis zur Kläranlage.

Felix: Mit dem Auto ist alles besser zu erreichen.

Tobias: Es ist schon von Vorteil, einen Führerschein zu machen oder zu haben, besonders bei Einsätzen im Kanalnetz oder den Pumpwerken. Je nach Einsatzgebiet wird uns nach der Ausbildung die Möglichkeit geboten, den LKW-Führerschein zu machen.

Wie lang ist euer Arbeitstag?

Tobias: Im Normalfall fängt mein Arbeitstag um 7 Uhr an und endet um 16 Uhr.

Felix: Zumindest ist das von Montag bis Donnerstag so. Der Arbeitstag am Freitag endet schon um 12:15 Uhr. In manchen Bereichen fangen wir bereits um 6:30 Uhr mit Arbeiten an, aber wir haben immer pünktlich Schluss.

Tobias (grinst): Stimmt, am Freitag haben wir immer pünktlich Feierabend, was mich besonders freut.

Tragt Ihr spezielle Berufskleidung?

Felix: Ja, wir bekommen vom Unternehmen für alle Witterungsbedingungen Arbeitsschutzschuhe, -hosen und -jacken gestellt. Also auch Regen- und Winterbekleidung.

Tobias:
Und noch eine orangefarbene Weste und einen Helm. Im Betrieb gibt es dann noch Wathosen und -stiefel und bei Kanalarbeiten bekommen wir einen Einwegganzkörperanzug als Schutz. Wir müssen also selbst nichts mitbringen. Gewaschen wird im Unternehmen oder zu Hause.

Wie ist das mit der Berufsschule?

Tobias: Unsere Berufsschule ist das Berufsschulzentrum „August von Parseval“ in Bitterfeld-Wolfen. Im Schnitt findet der Unterricht dort alle zwei Monate statt.

Felix: Wir haben Blockunterricht, d. h. meist zwei oder drei Wochen Schule am Stück.

Welche Prüfungen gibt es?

Tobias: Im zweiten Ausbildungsjahr haben wir unsere Zwischenprüfung, deren Ergebnis allerdings nicht für die Abschlussprüfung zählt – hier soll lediglich unser Kenntnisstand überprüft werden. Sie besteht aus einer schriftlichen und einer praktischen Prüfung. In der praktischen findet ein Teil im Labor, der andere in der Metallwerkstatt statt. Die Abschlussprüfung zählt dann voll und findet am Ende des dritten Ausbildungsjahres statt, meist zwischen Mai und Juli. Diese Prüfung enthält einen umfangreichen schriftlichen Teil mit Sozialkunde, Elektrotechnik, Chemie und noch ein paar anderen Bereichen. Danach findet noch ein praktischer Teil auf der Kläranlage sowie in den Teilbereichen Elektrotechnik und Labor statt.

Was ist das Besondere an der SWM?

Tobias: Dass sich hier viel um mich gekümmert wird. Am Anfang der Ausbildung gibt es z.B. eine Einführungswoche, bei der man die anderen Azubis kennenlernt und die Lehrwerkstätten besichtigt. Für jedes Problem haben wir einen Ansprechpartner oder die JAV (Jugend- und Auszubildendenvertretung), die sich für einen einsetzt.

Felix: Die SWM sind meiner Meinung nach ein großer Betrieb und auch eine große Familie. Das merke ich in internen Seminaren, wo sich Kollegen aus verschiedenen Bereichen des Unternehmens treffen. Oder auch bei Veranstaltungen wie dem Familientag, dem Drachenbootrennen und der Firmenstaffel. Hier lerne ich immer wieder neue Leute aus dem Unternehmen kennen.

Wie ist die Stimmung?

Felix: Die Stimmung ist grundsätzlich sehr gut, wir verstehen uns. Leider sind wir in unserem Ausbildungsberuf Einzelkämpfer und haben nicht so viel Kontakt zu den Auszubildenden in den anderen Berufen.

Tobias: Mir sind aus der Einführungswoche einige Kontakte geblieben.

Gibt es spezielle Azubi-Events?

Felix: Na klar. Es gibt z. B. jedes Jahr das Gesundheitsseminar „Azubi-Fit“ und die Azubifahrt. Außerdem gibt es noch den Geschäftsführertag, an dem ein Azubi einen ganzen Arbeitstag lang einen unserer drei Geschäftsführer begleitet.

Tobias (ergänzt): Dann ist da noch der "Soziale Tag für Auszubildende", der von uns Azubis veranstaltet wird und das Verkehrssicherheitstraining, bei dem wir bewusstes und sicheres Fahren lernen. Natürlich gibt es jedes Jahr auch eine Weihnachtsfeier der Azubis.

Reicht eigentlich das Geld?

Tobias: Ich bin mit meiner Ausbildungsvergütung zufrieden und komme damit gut zurecht. Ich kann mir auch mal was leisten, aber man muss auch mit Geld umgehen können.

Felix: Im Großen und Ganzen ist das schon gut geregelt und ungefähr alle zwei Jahre kämpft der Betriebsrat auch dafür, dass es wieder ein bisschen mehr wird. Ich denke, wir als Azubis können zufrieden sein.

Reicht der Urlaub?

Tobias: Ich vermisse meine Schulferien schon ein wenig, aber 30 Tage Urlaub pro Jahr ist im Vergleich zu dem, was manche Mitschüler haben, eine ganze Menge. Über das Jahr verteilt komme ich damit gut zurecht.

Felix: Später können wir durch die Teilnahme am Bereitschaftsdienst noch Stunden hinzugewinnen. Außerdem haben Azubis in anderen Unternehmen zum Teil nur Anspruch auf 24 Tage Urlaub im Jahr.

Welche Zukunftspläne habt ihr?

Felix: Ich würde gern noch meinen Meister machen. Ich bin noch jung und möchte diese Chance gern nutzen.

Tobias: Ich bin noch unentschlossen. Es gibt auch noch die Ausbildung zum Techniker. Ich selber würde gern den Ausbilderschein machen, aber erst nach ein paar Jahren Berufserfahrung. Es würde mich reizen, Azubis voranzubringen und diese für das Berufsleben fit zu machen.

Felix (stimmt zu): Das könnte ich mir auch gut vorstellen, weil ich schon Ausbilder während meiner Zeit in der Bundeswehr war.

Tobias:
Studieren wäre auch eine Option für mich, z. B. Wasserwirtschaft an der Fachhochschule in Magdeburg. Auch in Köthen oder Eberswalde werden interessante Studiengänge angeboten. Ob das wirklich etwas für mich ist, wird aber noch die Zukunft zeigen.

Zufrieden mit eurer Entscheidung?

Tobias: Die Entscheidung für die SWM habe ich nie bereut. Nur am Anfang, in der Ausbildungswerkstatt, habe ich etwas gezweifelt, weil mir die Metallverarbeitung nicht so lag. Mit der Zeit habe ich mich jedoch daran gewöhnt und die schönen Seiten des Berufs kennengelernt, z. B. die Arbeit im Klärwerkslabor. Jetzt bin ich sehr zufrieden.

Felix (bestätigt): Jeder hat halt sein Gebiet, das er mehr mag als andere. Ich bereue die Entscheidung auch nicht, weil ich ein Ziel vor Augen habe und damit soweit glücklich bin. Mit den SWM als Ausbildungsunternehmen bin ich auch vollkommen zufrieden und hoffe, dass ich hier so lange wie möglich bleiben kann.

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